Regionale Medien im lokalen Online Marketing

Regionale Medien im lokalen Online Marketing

Auf regionaler Ebene kann Pressearbeit einen wertvollen Beitrag zur Vermarktung und zum Imageaufbau liefern. Gerade für Kleinunternehmen stellen regionale Zeitungen, Wochenzeitschriften, Gemeinezeitungen oder Publikationen von Dachverbänden und Interessensvertretungen eine gute und günstige Möglichkeit dar, ihre Kunden zu erreichen.

Die erfolgreiche Pressearbeit braucht dabei im Wesentlichen drei Komponenten:

  1. Den Nachrichtenwert: Die Anforderungen an eine druckwürdige Nachricht sind zwar auf regionaler Ebene grundsätzlich nicht hoch, aber auch hier sind Journalisten mit einer täglichen Flut an Anfragen konfrontiert. Die beste Chance aufzufallen haben außergewöhnliche Nachrichten. Wichtig ist als Zielgruppe der Pressemeldung in erster Linie Journalisten zu begreifen und deren Aufmerksamkeit zu gewinnen. Als Aufhänger eigenen sich Auszeichnungen oder etwa ein Tag der offenen Tür. Eine gute Möglichkeit sind auch Veranstaltungen wie Lesungen oder Vorträge, idealerweise unter Beteiligung eines zumindest regional bekannten Namens.

  2. Das richtige Medium: Die Auswahl der Medien muss strikt regional oder anhand des fachlichen Fokus erfolgen. Größere Medien erfordern einen höheren Nachrichtenwert.

  3. Die Gestaltung der Pressemeldung: Die Beachtung der nachfolgend im Detail beschrieben formalen und inhaltlichen Kriterien ist einfach und erhöht die Erfolgschancen deutlich.

Pressemeldungen richtig verfassen

Die primäre Aufgabe eines Artikels besteht darin, einen Inhalt schnell, verständlich, korrekt und möglichst vollständig zu vermitteln. Dabei ist insbesondere wichtig:

  1. Der dichte Informationsgehalt, festzumachen an den W-Fragen.
  2. Der Aufbau des Textes
  3. Die zeitungsspezifische Schreibweise
  4. Die Artikelart
  5. Das weitgehende Vermeiden von Fremdwörtern, Fachbegriffen und englischen Ausdrücken

Informationsdichte

Die wesentlichen Fragen sollen mit möglichst wenigen Zeilen beantwortet werden. Worum geht es? Was ist die wichtigste Erkenntnis? Warum? Wie kommt es zu dieser Aussage? Woher kommen die Informationen (Quelle)?

Den Lesern sollen nützliche, neue und spannende Themen geboten werden. Lernt man beim Schreiben des Beitrags selbst nichts Neues dazu oder schreibt über etwas kürzlich Gelerntes, lohnt wahrscheinlich eine tiefer gehende Recherche!

Der Aufbau des Texts

Ein journalistischer Text ist wie ein spannender Krimi rückwärts. Der Name des Mörders steht im Titel. Also keine Einleitung, sondern sofort zum Punkt kommen. Die Essenz an die Spitze und nicht ans Ende stellen.

Absteigende Wichtigkeit

Beim Journalismus geht es darum, wichtige Informationen zu vermitteln. Je eher diese im Text erscheinen, umso schneller erfüllt der Text seine Aufgabe. Der strikte Textaufbau nach Wichtigkeit garantiert die schnelle Erfüllung der Textaufgabe und erhöht die Wahrscheinlichkeit, die Leser bei der Stange zu halten.

Die Leserführung

Die Leserführung umfasst Titel, Lead (Einführung), Absätze, Zwischentitel, Bild und Grafiken

  1. Der Titel holt den Leser in den Artikel, soll aber auch die Kernaussage enthalten. Also nicht Leseranimation auf Kosten der Information!
  2. Das Lead (die Einführung) stimmt den Leser auf den Artikel ein und fasst die Kernaussage zusammen.
  3. Der erste Absatz beantwortet die wesentlichen W-Fragen.
  4. Zwischentitel versprechen weitere Informationen.
  5. Die Zwischenabsätze halten, was Titel, Zwischentitel und Lead versprechen.
  6. Bilder animieren und machen neugierig durch Gesichter, spannende Grafiken oder interessante Bildaussagen. Die Bildunterschrift beschreibt das Thema in einem Satz.

Die zeitungsspezifische Schreibweise

Zeitungsartikel unterscheiden sich in ihrer Schreibweise von anderen textuellen Inhalten. Fehlt dieser Unterschied stolpert das Auge beim Lesen.

Abkürzungen
Die Firma KS (falsch) >>> Die Firma Kepler Solutions (KS) (richtig)
Usa, Uno, AIDS >>> USA, UNO, Aids
z.B. >>> zum Beispiel
usw. >>> unter anderem, und mehr
etc. >>> unter anderem, und mehr
ca. >>> zirka, rund, gegen, etwa
Personen
Frau Berta Meier >>> Berta Meier
Frau Meier >>> Meier
WK-Präsident Dr. Christoph Leitl >>> Wirtschaftskammer Präsident Christoph Leitl
Bundespräsident Dr. Fischer >>> Bundespräsident Fischer
Der Vorsitzende Müller >>> Der Vorsitzende
Datum
Montag, den 1. April, fand in... >>> Am Montag, 1. April, fand in...
Am 1.4.10 fand in... >>> Am Montag, 1. April, fand in...
Am 1. April 2010 fand in.... >>> Am Montag, 1. April, fand in...
Geldangaben
Euro 3 Mio. >>> Drei Millionen Euro
€ 489 762.55 >>> rund 500 000 Euro
Eintritt € 5.00 >>> Eintritt 5 Euro
Sonderzeichen
30% >>> 30 Prozent
25° >>> 25 Grad
50' >>> 50 Minuten
Titel
Dr. med. vet. Frank Schmid >>> Tierarzt Frank Schmid
Zahlen
2 Männer >>> zwei Männer
1. Teil >>> erster Teil
dreizehn Stunden >>> 13 Stunden
Zeit
11.00 Uhr >>> 11 Uhr
11.00 Uhr - 15.00 Uhr >>> 11-15 Uhr
11.30 Uhr und 17.00 Uhr >>> 11.30 und 17 Uhr

Die Artikelart

Beim Verfassen eines Artikels müssen Sie sich im Klaren sein, welche Artikelform Sie anstreben. Sie haben verschiedenste journalistische Textformen zur Auswahl:

  • Nachricht: Kurzer Artikel über Ereignisse, der sich an die neutralen Tatsachen hält. Meist ohne Bild. «Ich» und «wir» Konstruktionen sind nicht erlaubt. Beispiel: Polizeimeldung.

  • Bericht: Etwas längerer Artikel über Ereignisse, der sich ebenfalls an die neutralen Tatsachen hält. Ein illustrierdens Bild kann beigefügt werden.. «Ich» und «wir» Konstruktionen sind nicht erlaubt. Beispiel: Bericht von einer Gemeinderatssitzung.

  • Reportage: Längerer Artikel mit persönlichen Eindrücken, der Farbe, Geruch und Gedanken vermittelt. Mehrere Bilder zur Untermalung sind erwünscht. «Ich» und «wir» Konstruktionen sind nur im Reisebericht erlaubt.

  • Interview: Verwenden Sie ausschließlich Original-Zitate! Diese Textform dient als Ergänzung zu Nachricht, Bericht oder Reportage.

  • Kommentar: Eigene Meinung zum Thema, die immer Pro und Kontra enthält.

  • Glosse: Humoristische Abhandlung eines Themas, als Ergänzung oder alleine, wenn das Thema im Gespräch ist.

Technische Anforderungen

Texte sollten beispielsweise als Word-Dokument in normalem Fließtext verfasst werden. Insbesondere dürfen keine Tabulatoren, Spalten, Gestaltungen mit Textfeldern oder Grafiken und Bildern verwendet werden. Keine doppelten Zeilenumbrüche, kein Zeilenumbruch am Ende der Zeile und keine automatische Silbentrennung. Sämtliche Tabulatoren, doppelten Zeilenumbrüche, Trennstriche und Gestaltungen müssen beim Einstellen ins Redaktionssystem wieder entfernt werden.

Bild(er) als jpg-Datei separat speichern und sinnvoll benennen. Größe rund 300 bis 500 Kilobyte oder über einen Link verfügbar machen. In Word integrierte Bilder sind unbrauchbar! Auf die Urheberrechte bei den Bildern ist zu achten und wenn notwendig sind Copyright-Angaben mitzuliefern. Keine Bilder einfach aus dem Internet oder über die Google Bildersuche kopieren!

Achtung, oft besteht ein „doppeltes Urheberrecht“: Zum einen hat der Fotograf ein Recht auf das Bild und zum anderen die abgebildete Person bzw. der Schöpfer, Besitzer, Architekt des abgebildeten Objektes. Beispielsweise hat bei Portraitfotos auch der Fotograf ein Urheberrecht auf die Fotos.